06/2002 Visions (111-Germany)

Note: Article taken from Visions Archives - any actual scans would be very welcome! Translation needed- any offers would be gratefully recieved. Have run one though Google Translate but…! Article found via http://rhcprock.free.fr/mediacovers.htm thank you!

London, Frühjahr 1988. Vier splitternackte Freaks aus Kalifornien kreuzen den weltberühmten Zebrastreifen vor den Abbey Road Studios. Ihr Gesetz ist der Funk, ihr Mentor und Produzent heißt George Clinton. Doch noch brennen sich die RED HOT CHILI PEPPERS mehr durch den sexuellen Missbrauch von Tennissocken ins Gedächtnis als durch musikalische Referenzen an die Fab Four aus Liverpool. Das ist nach knapp 20 Jahren im Geschäft, sieben verschlissenen Gitarristen, dramatischen Heroin-Eskapaden und mehr als 26 Millionen verkauften Platten alles ein bisschen anders.

Santa Monica, 6.Mai 2002. Die Plattenfirma der Red Hot Chili Peppers möchte die unvermeidlichen Begleitumstände eines Albumreleases so angenehm wie möglich gestalten. Zu diesem Zweck hat man gleich eine ganze Etage des großzügigen Hotels direkt am Pazifik angemietet, um die internationale Presse mit ersten Eindrücken des neuen Albums “By The Way” und einem Dutzend Interviews zu versorgen. Zumindest für Anthony Kiedis scheint kein Ende dieses Marathons in Sicht – immer wieder lugt er in den Raum, in dem sich SchreiberInnen aus aller Welt die neuen Songs des Albums über eine kleine PA anhören und eifrig Notizen dazu machen. Der Zigarettenrauch lässt ihn schnell zurückweichen. Kiedis achtet, wie alle seiner Band-Kollegen, mittlerweile sehr auf seine Gesundheit. Flea und John Frusciante lümmeln sich auf dem Hotelflur herum und kichern. Drummer Chad Smith ist die Ruhe in Person. Alle sehen gesund und munter aus, was angesichts der Drogenvergangenheit der Band ein Grund zur Freude ist. Ein weiterer Grund zur Freude sind die elf neuen Songs, die heute zum akustischen Genuss freigegeben wurden. “Genuss” deshalb, weil “By The Way” wohl das bis dato ruhigste, melodiöseste und simpelste Album der Chili Peppers werden wird. Zumindest ist das der erste Eindruck – fünf weitere Songs sind laut Management zu diesem Zeitpunkt noch in Arbeit. Später wird Anthony Kiedis versichern, dass der Titeltrack und Opener “By The Way” nicht der einzige härtere Song des Albums bleiben wird. Besagter Track hält sich stilistisch an “Warped”, den Opener des “One Hot Minute”-Albums; eine schwere, funkige Strophe schlägt einem ins Gesicht, Kiedis gibt Vollgas. Der Track werde auch die erste Single, verrät man uns – wohl wissend, dass man mit diesem recht Peppers-typischen Song nichts anbrennen lassen wird. Das war es dann auch erst einmal in Sachen Hard Funk. “Cabron” ist ein leichtfüßiger, mit Hawaii-Gitarre gewürzter Track. Der Song erinnert phänomenal an Die Ärzte, was natürlich reiner Zufall ist. “Coltrane” beginnt mit einer flotten Strophe und ist eingerahmt von einem mehrstimmigen Mitsing-Refrain. Die Beatles lasssen grüßen. “Don’t Forget Me” beginnt mit vier langsamen Bassakkorden, die das Rückgrat der Strophe bilden. Kiedis’ Gesangsmelodie erinnert leicht an “Otherside” vom letzen Album, wurde beim Mix aber das Timbre einer alten Jukebox verpasst. Auffällig ist hier, wie minimalistisch der Input von John Frusciante wieder gehalten ist – drei Töne für ein Gitarrensolo sind in diesem Falle alles, was der Song braucht. Die Nummer wirkt beim ersten Eindruck etwas schläfrig, entpuppt sich später aber als potenzieller Afterburner. “Epic” ist ein Song, der so ist, wie er heißt. Episch, getragen, im Vergleich zu “Don’t Forget Me” geradezu elaboriert. Das akustische Gitarrenpicking des Intros wird mit seltsamen Flangereffekten und nach Walstimmen klingenden Sounds verziert. In der Mitte des Songs dreht Frusciante plötzlich durch und schrammelt ein – eigentlich hartes – Gitarrenriff auf seiner Akustischen herunter. Der beatleske Einfluß, der sich bereits bei den anderen Tracks bemerkbar machte, wird nun offensichtlicher. Mit “I Could Die For You” geht es ruhig und balladesk weiter. Anthony Kiedis ist mutiger geworden, was seine Vocals angeht. Er wagt Saltos in Tonhöhen, die ihn bislang hätten schwindelig werden lassen. Die Mellotron-Spur im Hintergrund verleiht dem Song ein Seventies-Feel, was durch den leicht progressiv angehauchten Mittelteil noch unterstützt wird. In “Loop” (soweit der Arbeitstitel) ist man gesanglich fast durchgängig zwei- oder mehrstimming unterwegs. Der Refrain ist engelhaft schön oder auch extrem schnulzig – ganz wie man es denn nimmt. Der bislang sanfteste und fragilste Song mit definitiver Love&Peace-Aura.”Midnight” hingegen wird eingeleitet durch ein simpel gehaltenes Streicher-Intro, dem folgt eine düstere, spukhafte Strophe. Der Song öffnet sich zum Ende hin ähnlich wie “Epic”. Der “Ska Song” (ebenfalls noch ein Arbeitstitel) ist der erste etwas lebhaftere Song nach dem Opener. Dem punkig angehauchten Refrain jagt eine freche Mundharmonika hinterher. Der Track wirkt etwas zu lang, weil nach dem zweiten Refrain eigentlich alles gesagt ist. “Universally Speaking” ist da ein willkommener Kurswechsel. Im Intro finden sich Glöckchen-Klänge, wie man sie von Pop-Zuckerwatte á la Cardigans kennt. Wiederum diese Beatles-haften, mehrstimmigen Vocals. Der Song geht durchgängig nach vorne, den Flug durch das Universum hat man musikalisch gut umgesetzt. Auch hier nur ein minimaler Frusciante-Input. “Warm Tape” schließlich macht mit seinen rhythmisch versetzen Vocals einen absonderlichen Eindruck. Umso eingängiger ist der Refrain. Dennoch einer der eher durchschnittlichen Songs von “By The Way”. Das erste Fazit: Auf Anhieb wollen sich nicht so viele spontan erkennbare `Hits` einstellen wie auf “Californication”. Dennoch ist “By The Way” eine in sich organische Einheit, in der man einfach ein paar Dezibel gegen ein paar Melodien eingetauscht hat. Die wenigsten Journalisten bleiben für einen zweiten (oder dritten) Hördurchgang sitzen. Das kann sehr praktische Gründe haben, denn der Zeitplan ist tight. Die Idee des Fließbandes entsprang der Knappheit des Gutes `Zeit`. Ähnlich verhält es sich an diesem Interviewtag. Jeweils eine halbe Stunde mit Chad Smith und Anthony Kiedis sind VISIONS gewährt. Das ist viel. Es gilt dennoch, nichts von dem zu vergeuden, was auf “By The Way” scheinbar unbegrenzt vorhanden ist: Ruhe und Zeit. Chad Smith freut sich über diese Interpretation. Das könnte daran liegen, dass Smith sich grundsätzlich gerne freut. “Siehst du, das ist das Großartige an Musik: die Verschiedenheit, mit der sie wahrgenommen wird. Für dich ist sie ruhig, für jemand anderes ist sie aufregend, für den nächsten friedvoll, für manche ist sie dagegen wütend. Wir schreiben die Songs einfach in der Stimmung, in der wir uns gerade befinden und sind ehrlich, was unsere Gefühle während dieses Momentes angeht. Jedes unserer Alben ist ein Schnappschuss des Punktes, an dem wir uns gerade befinden.” Der instrumentale Teil der Songs sei nicht etwa im stiller Zurückgezogenheit entstanden, sondern wurde größtenteils auf Tour geschrieben, erzählt der hünenhafte Drummer. Danach gönnte man sich ein paar Monate Auszeit, um die Batterien wieder aufzuladen und ging dann zum Ende des letzten Sommers ans Werk. Ein solches Album soll im Vorbeigehen geschrieben worden sein, `by the way of touring` sozusagen? Das ist nur schwer vorstellbar. Chad relativiert diesen Eindruck: “Der Ausdruck `by the way` ist interpretationsfreudig. Es kann Beiläufigkeit ausdrücken, einen Satz mit `übrigens` zu beginnen. Aber das muss nicht so sein. Wie wäre es zum Beispiel mit `Übrigens, gestern wurde mein Arm amputiert` – das wäre gar keine beiläufige Sache für mich”, lacht Chad über seinen Schenkelklopfer. Vielmehr sei das inzwischen Tradition mit den Albumtiteln: “Wir haben in den letzten zehn Jahren immer die Alben nach einem der Songs benannt. Auf `Californication` gab es einen gleichnamigen Song, auf `One Hot Minute` auch und bei `Blood Sugar Sex Magik` war es ebenso. Wow, ein Strickmuster bei den Chili Peppers, wer hätte das gedacht!?”, lacht Chad. In der Tat. Doch können Strickmuster auch eine praktische Sache sein, wenn sie helfen, die Dinge zu beschleunigen. “Californication” entstand seinerzeit in der atemberaubend kurzen Zeit von drei Wochen, während man für “One Hot Minute” vergleichsweise lange im Studio verweilte. Dennoch strahlt “Californication” unendlich mehr Muße und Reife aus als sein Vorgänger. Sind es letztlich eher die qualitativen Umstände im Bandgefüge und -umfeld als quantitative, die den Unterschied machen? Chad: “Absolut. Ich kann nicht wirklich sagen, wie lange wir für dieses Album gebraucht haben, weil der Prozess des Songwritings und des Ausspannens oft ein fließender Übergang war. Allerdings weiß ich, dass alles sehr leicht und entspannt ablief, was bei “One Hot Minute” nicht der Fall war. Ich denke, dass wir jetzt in der kreativsten Phase sind, seit John wieder in der Band ist. Es ist eine große Wertschätzung für ihn und uns selbst da. Inzwischen wissen wir ja auch, wie es ohne John ist.” Frusciantes Aktivitäten als Solokünstler dürften unterstreichen, welch kreative Relevanz er für die Chili Peppers hat. Auch wenn die während seines mehrjährigen Absturzes in die Heroinsucht entstandenen zwei Soloalben allseits kontrovers aufgenommen wurden; mit dem im letzten Jahr erschienenen dritten Album “To Record Only Water For Ten Days” ist Frusciante der Wiedereintritt in die Stratosphäre wohl gelungen. Im Frühjahr 2002 erschien überdies ein viertes `Album` namens “From The Sounds Inside” auf Frusciantes Website. Aus Liebe zu seinen Fans ließ er diese selber den Titel des virtuellen Werks bestimmen. Frusciante scheint vor Schöpferkraft nur so überzulaufen – wie wesentlich ist da seine Rolle als Songwriter bei den Red Hot Chili Peppers? “Nun, John ist ein Songwriter. Wir tragen alle zu den Songs bei. Das macht sie zu dem, was sie sind: Songs mit viel Persönlichkeit. Vielleicht macht das das Besondere unserer Musik aus – die Drums haben genauso viel Ausdruckskraft wie die Gitarre und der Bass. Alle Puzzleteile sind wichtig. Das macht es so befriedigend für mich.” Johns Gitarrenspiel wirkt auf “By The Way” noch minimalistischer, als es bislang sowieso der Fall war. Wie lange dauert es noch, bis der Mann nur noch Stille beisteuert? Chad findet den Gedanken gar nicht so abwegig: “Selbst das klänge wohl noch gut, wenn John es macht. Ich denke, dass seine innere Stille sein Geheimnis ist. Wir brauchen einfach keinen egobezogenen Ehrgeiz mehr in dieser Band. Das haben wir als Künstlerindividuen nicht mehr nötig. Vielleicht ist das Geheimnis eines guten Songs gar nicht so verschieden von den Erfolgsrezepten des Lebens an sich: Mache einen Schritt zurück und diene dem Ganzen. Dann freut sich auch das Ego wieder daran.” Und wenn sich das Ego wirklich freut, will es diese Freude teilen. Die Chili Peppers waren nie verlegen um handfeste Akte der Nächstenliebe; egal, ob es sich dabei um eher obligatorische Benefizveranstaltungen wie das Tibetan Freedom Concert handelt oder originelle Aktionen wie die 1999 gestartete Initiative gegen Gewalt an Schulen. Kurz vor dem “Californication”-Release erschütterte das Massaker an der Columbine High School in Littleton ganz Amerika. Kurzentschlossen organisierten die Peppers Mini-Shows an amerikanischen High Schools, und als `Eintrittskarte` dienten konstruktive Vorschläge seitens der Schüler, wie man den Hass an Schulen eindämmen könne. Wie ist diese Aktion im Nachhinein zu bewerten? Chad, selbst zweifacher Vater, erinnert sich: “Die Ereignisse in Littleton waren damals ein großes Thema in den USA. So wie jetzt in Deutschland auch – ich habe gehört, dass etwas ähnliches gerade bei euch passiert ist. Nun, wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass weder Slipknot noch Marilyn Manson noch AC/DC noch Videospiele alleine Kids dazu bringen, andere Kids zu töten. Mein Eindruck nach dieser Initiative damals war: Die Kids sind heute wurzellos, denn sie fühlen nicht einmal mehr Zusammenhalt unter sich selbst. Als ich auf der High School war, gab es wenigstens noch Gangs, denen man sich anschloss. Bei uns gab es auch Fights, aber dabei ging es nicht ums Töten. Es ging um Ideale – Rocker gegen Hippies, you know. Wenn die Kids sich heute beweisen wollen, bedeutet das, sich ein Knarre zuzulegen.” Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, mit der Initiative etwas bewirkt zu haben, folgt kurzes Schweigen. “Ja – zuerst einmal bei mir selbst. Denn ich realisierte, wie verletzlich unsere Gesellschaft geworden ist. Littleton liegt nicht in irgendwelchen Slums, es ist eine gute Gegend. Die Kids kamen nicht wirklich mit Patentrezepten an, sondern nutzen die Aktion eher, um ihren Emotionen Luft zu machen. Es sieht vielleicht nicht nach einer Lösung aus, sich nur gegenseitig zu versichern, wie furchteinflößend die Gewalt an Schulen ist. Aber es hat das Eis gebrochen. Die Kids begannen, ihre Angst beim Namen zu nennen. Daraus ergaben sich Gespräche mit den Eltern und mit Lehrern – also den Personen, zu denen der Kontakt schon so lange abgebrochen war. Verbunden mit einem Peppers-Gig und dem Spaß, den das gemeinsame Abhängen mit sich bringt, haben die Schüler sich auf positivere Weise mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich denke, die Aktion war erfolgreich, die Reaktionen waren jedenfalls weit positiver als die auf die Ansätze mancher Politiker.” Das war bereits Chads Schlußwort, denn Frau Plattenfirma zeigt uns unmissverständlich die Zwei-Minuten-Finger. Wie er sich angesichts des bevorstehenden 20jährigen Jubiläums der Band fühle, soll Chad noch schnell beschreiben. “Um ehrlich zu sein, mache ich mir kaum Gedanken darüber. Die einzigen, die mich daran erinnern, seid ihr Journalisten (lacht). Im Ernst, es ist großartig. Wieviele Bands findet man da draußen, die nach 20 Jahren noch relevant sind? U2 vielleicht. Oder Metallica. Es ist schön, zu diesem Kreis zu gehören, ohne sich dafür verraten zu müssen.” Jetzt ist aber Schluss. Zeit für den fliegenden Wechsel. Anthony Kiedis gilt als schwieriger Zeitgenosse. Als ein gleichsam interessanter, muss man hinzufügen. Kiedis entert seine Suite, ohne weitere Anwesende eines Blickes zu würdigen. Er wünscht eine Tasse Tee und setzt sich. Seine Art, von Anfang des Gespräches an ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Konzentration einzufordern, ist da umso überraschender. All das wirkt halb so befremdlich, wenn man sich einfach darauf einlässt. Ständiger Augenkontakt ist hierzu Pflicht. Die nicht näher definierbare Schwere in der Luft lässt Pausen schnell unangenehm werden. Eine seltsame Ausgangsituation, die mehr von einem Duell hat als von einer gepflegten Konversation. Ganz besonders, wenn man auf die Herzensqualitäten zu sprechen kommen möchte, die “By The Way” beim Hören zwangsläufig in Gang setzt. Personality hin, Diva-Allüren her – Kiedis’ Gesang ist besser und beseelter als jemals zuvor. Es scheint, als füge er dem spirituellen Gesicht der Red Hot Chili Peppers das perfekte Make-Up hinzu. Allerdings ohne diesen Aspekt in der Öffentlichkeit so deutlich zu zelebrieren, wie seine Kollegen John und Flea das am heutigen Tag vor anderen Journalisten tun. Während Frusciante in den Neunziger Jahren aus der Not seiner Sucht heraus mit regelmäßiger Yogapraxis begann, und Flea, inspiriert durch Produzent und Übervater Rick Rubin, die Transzendentale Meditation erlernte, zog Kiedis es vor, seine Grenzerfahrungen in der äußeren Welt zu machen. Abenteuerreisen im Urwald, eine Audienz beim Dalai Lama in Indien, sein passioniertes Motorradfahren und nicht zuletzt seine (gescheiterten) Liebesbeziehungen brachten Kiedis auf anderem Wege an ein ganz ähnliches Ziel. Die meditative Aura, die sich in Songs wie z.B. “Loop” einstellt, führt Kiedis so auch weniger auf Bewusstseinstechniken im weiteren Sinne zurück, als auf das Schicksal selbst: “Ich meditiere selber kaum noch. Jedenfalls nicht so regelmäßig wie andere Mitglieder dieser Band. In der Theorie sollte ich meditieren, denn es ist das Beste, was man mit seinem Kopf anstellen kann. Aber mir passiert das mehr zufällig, ohne dass ich es mir vornehme. Leider nicht oft genug. In der Badewanne zum Beispiel. Letztlich bin ich ein viel zu großes Arschloch, um regelmäßig zu meditieren. Ich bin einfach zu sehr mit falschen Dingen beschäftigt, immer zu eilig. Das ist ein echtes Problem.” Als stände es im Drehbuch, klingelt Anthonys Handy in seiner schwarzen Jeansjacke. Es folgt ein Griff in die Tasche, der das Klingeln beendet und sich von nun an etwa alle fünf Minuten wiederholen soll. “Meine Prioritäten liegen zu sehr bei Dingen, die laut sind und knallen”, sagt Anthony mit ernstem Gesicht. “Aber es ist gut, dass ich mal wieder daran erinnert wurde, was wichtig ist. Besten Dank.” Nicht wenige singen ja auch in der Badewanne, geht es mir durch den Kopf. Ich spare mir jedoch den Kommentar. Die eher stille Natur des neuen Album ist allerdings kaum zu leugnen. Sie geht hörbar weiter, als sich das auf “Californication” bereits abzeichnete. Anthony stimmt dem grundsätzlich zu, verweist aber auf den Einfluss, den John darauf hatte: “John hat das Talent, einen meditativen Zustand zu erreichen, wenn er Musik macht. Ich meine, Meditation ist schließlich ein weites Feld. Diese Energie fließt durch unsere Songs. Wenn man spielt oder singt, dann denkt man in diesem Moment an nichts anderes in dieser Welt. Das ist derselbe Effekt wie der der Stille, die man durch ein Mantra erfährt. Man denkt an nichts, außer an das, was man gerade tut oder ist.” Das Handy klingelt. Kein Problem. Anthony behält den roten Faden: “Musik hat einen meditativen Nebeneffekt. Wenn ich im Studio oder bei den Proben singe, dann gibt es da nur diesen einen Moment für mich. Man muss nicht unbedingt Meditation praktizieren, um positive Emotionen zu erfahren. Wenn ich meine Band spielen höre, treibt es mich auch so in die Richtung der… kosmischen Liebe.” Liebe. Das Stichwort, das für die Chili Peppers und Anthony Kiedis wohl in jedem ihrer musikalischen Aggregatzustände Relevanz haben wird. Auch auf “By The Way”: “Viele dieser Songs sind von meiner Freundin inspiriert, die jetzt leider nicht mehr meine Freundin ist. Die Trennung von ihr war sehr traurig und ich denke, das brachte viele intensive Gefühle auf dieses Album. Aber auch andere Dinge haben dazu beigetragen – ich bin froh, am Leben zu sein, ich bin glücklich, nüchtern zu sein. Ich kann Musik machen. All das blubbert nach oben und erzeugt aufschäumende Liebe in mir.” Der kreative Prozess gestaltete sich für Anthony allerdings anders als für den Rest der Band, was schlicht an der naturgemäßen Rolle eines Sängers und Texters lag. Anthony erinnert sich: “Bis vor einem Jahr hatte ich keine einzige Zeile für dieses Album geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt ging ich nach Hawaii und nahm einige rohe Aufnahmen aus frühen Bandproben mit dorthin. Die Lyrics entstanden dort im Spätsommer und Herbst des letzten Jahres. Ich war in den unterschiedlichsten Stimmungen, das ganze Gefühlsspektrum einer Beziehung war involviert; ich war sehr glücklich, nachdem ich meine Freundin getroffen hatte, aber wir gingen auch durch ziemlich heftige Hochs und Tiefs. Dennoch waren wir zusammen und unterstützten uns. Das war inspirierend für mich, weil es Hoffnung in mir erweckte. Es ist schwer zu sagen, was dieses Album hauptsächlich geprägt hat, denn es gab so viele Veränderungen in so kurzer Zeit.” Oft empfindet man ein Wechselbad der Emotionen als viel interessanter und intensiver als eindeutige und einfache Gefühle… “Ja, das stimmt. Denn die Höhen sind manchmal Tiefen, und die Tiefen haben etwas von Höhen. Selbst die Traurigkeit hat etwas Großartiges in sich, wenn sie eine bestimmte Bedeutung für dich hat. Du bist sogar glücklich, sie fühlen zu können, denn das zeigt, wie sehr du den anderen liebst. Es ist ja nicht so, dass sie jung gestorben ist oder so. Sie lebt, und man kann sich glücklich schätzen, den Schmerz über einen solchen Verlust fühlen zu können. Liebe ist ein multidimensionales Phänomen. Es fasziniert einen – unabhängig davon, ob es bergauf oder in den Abgrund geht.” Anthony hat es also furchtbar erwischt. Wie gut, dass sein Handy klingelt und von dem leidigen Thema ablenkt. Ob er Glücklichsein langweilig fände, lautet die Frage. Künstler aller Epochen haben im Leid schließlich die größte Inspiration gefunden, auch wenn das in den seltensten Fällen ihre Absicht war. Anthony überlegt kurz und meint: “Das kann ich gar nicht beantworten, weil ich nie lange genug glücklich bin, um davon gelangweilt zu sein (lacht). Aber ich strebe nicht danach, mich noch mehr zu quälen, als es das Universum mir auferlegt. Es schickt mir schon genug davon, um mich wachsen zu lassen. Da brauche ich keine Extras als Inspiration (lacht). Was die Bedeutung für die Kreativität angeht, ist es wohl Leid und Glück in seiner Kombination. Wenn es nur eines von beiden wäre – das wäre wirklich sehr langweilig.” Das Universum. Es hat Anthony nicht immer die besten Seiten des Lebens gezeigt. Dennoch spricht Kiedis über die himmlischen Mächte wie über einen vertrauten Freund. Ist das ein zutreffendes Bild? “Ja- Allerdings ein Freund, dessen Verhalten ich niemals vorhersehen konnte. Was immer mir an großartigen Dingen widerfahren ist, kam völlig unvorhergesehen. Selbst wenn ich eine Wunschliste schreiben würde, sie wäre niemals so aufregend wie das, was das Universum geplant hat. Ich hatte niemals geplant, dass John zu uns zurückkehren würde. Das Universum wollte es aber so. Man kann die Dinge nicht planen. Obwohl – einige Dinge vielleicht doch. Ich stelle es mir momentan zum Beispiel sehr aufregend vor, eine Familie zu gründen.” Aufregend – ja. Was die Planung angeht, muss ich Anthony allerdings den Wind aus den Segeln nehmen. Denn in Sachen Kinder fragt Freund Universum meist gar nicht erst nach dem seelischen Befinden der zukünftigen Eltern. Auch das Leben mit Kindern ist einem planvollen Tagesablauf oft diametral entgegengesetzt. Dennoch ist es eine sehr spezielle, weil von äußeren Dingen unabhängige Freude. Anthony taut merklich auf: “Das stimmt. Auch was das Geld angeht. Meine Familie hatte absolut keine Kohle, als ich klein war. Dennoch hatte ich eine ausgesprochen gute Kindheit. Tonnenweise Liebe, eine Mutter und einen Vater, die sehr viel für uns da waren. Wir waren wirklich arm, aber das spielte überhaupt keine Rolle. Es hat uns eher dazu gebracht, selber spaßige Dinge zu kreieren. Das ist eine Fähigkeit, die reichen Kids oft abgeht. Ich kenne viele solcher Beispiele aus dieser Stadt. Wenn einem alles gegeben wird, lernt man nicht, selbst etwas zu erschaffen.” Und wie fühlt es sich an, jetzt steinreich zu sein? “I love it. Ich kenne ja den Unterschied. Aber ich gebe zu, dass ich schon sehr verdorben bin durch Geld. Manchmal frage ich mich, wie es wäre, all das wieder zu verlieren und in einem winzigen Appartement zu leben. Ich käme wohl damit klar. Aber ich habe diesbezüglich keinerlei Ambitionen (lacht). Ich habe mich an den Reichtum gewöhnt, aber sehe es als Glücksfall an, beide Seiten kennengelernt zu haben.” Anthony betont, wie stark ihn seine Familie geprägt habe. Das gelte auch für die Ahnen, die er nie kennengelernt hat: “Ich habe unter anderem litauische Vorfahren, mein Großvater kommt da her. Vor etwa zwei Jahren erfuhr ich aber aus einem Stammbaum, dass ich auch Blut vom Stamm der Mohikaner in mir trage; meine französischen Vorfahren haben wohl im 17. Jahrhundert in Upstate New York wie wild Indianer gevögelt. Bisher hatte ich nur ein paar Tribal-Tattoos und ein bisschen Interesse an der indianischen Kultur. Jetzt weiß ich, warum ich den Wald so liebe und so gerne laufe. Es kommt wohl nur auf die entsprechenden Gene an.” Anthony fällt auf, dass das Amulett mit dem Sternzeichen des Skorpions an seiner Halskette mit der falschen Seite nach vorne zeigt. Als er es herumdreht, offenbaren sich viele schöne Glitzersteinchen darauf. Wie bezeichnend für den Wandel, den mein Gegenüber während der wenigen Minuten unseres Treffens an den Tag gelegt hat, und wir unterhalten uns abschließend kurz darüber, dass Astrologie nicht wirklich Quatsch sein kann, wenn der Mond den Ozean da draußen vor der Haustüre zwei Mal täglich in Bewegung setzt. Ich freue mich darauf, Kiedis irgendwann mal wiederzutreffen. Wenn mehr Zeit ist.

Google Translation:

London, Spring 1988. Four stark naked freaks from California crossing the famous zebra crossing in front of the Abbey Road Studios. Your law is the radio, her mentor and producer, George Clinton means. But still burning, the RED HOT CHILI PEPPERS more of the sexual abuse of tennis socks to mind than by musical references to the Fab Four from Liverpool. This is after nearly 20 years in business, seven worn guitar, dramatic escapades of heroin and more than 26 million records sold all a bit different.
 Santa Monica, May 6 2002nd The record company of the Red Hot Chili Peppers wants to make the unavoidable circumstances surrounding an album release as pleasant as possible. To this end, we have an entire floor of the spacious hotel directly hired on the Pacific, to supply the international press with first impressions of the new album “By The Way” and a dozen interviews. At least for Anthony Kiedis no end seems in sight of this marathon – again and again he peeps into the room, listening in which writers from around the world the new songs on the album on a small PA and eager to take notes. The cigarette smoke makes him fall back quickly. Kiedis respects, like all his band colleagues, now much on his health. Flea and John Frusciante loll on the hotel corridor around and giggle. Drummer Chad Smith is the calm in person. Everyone looks healthy and happy, which, given the drugs past the band a reason to rejoice. Another reason to be happy are the eleven new songs that were released today to the acoustic enjoyment. “Pleasure” because “By The Way” will be probably the quietest to date, and melodious album of the simplest Chili Peppers. At least this is the first impression – five more songs are, according to management at this time in work. Later, Anthony Kiedis insure that the title track and opener By “The Way” is not the only song will be harder on the album. Said keeps track stylistically on “Warped”, the opener of the “One Hot Minute” album, a heavy, funky beats a verse in the face, Kiedis at full throttle. The track was also the first single, it betrays us – knowing that they will be burning with this rather typical Peppers song nothing. That was then first in terms of hard funk. “Cabron” is a distinctive, spiced with Hawaiian guitar track. The song reminds phenomenal to the doctors, which is of course pure coincidence. “Coltrane” begins with a jaunty verse and is framed by a multi-voiced sing-along chorus. The Beatles greet lasssen. “Do not Forget Me” begins with four slow bass chords that form the backbone of the stanza. Kiedis’ vocal melody slightly reminiscent of “Otherside” from the last album has been missed in the mix but the timbre of an old jukebox. Striking here is how minimalist the input of John Frusciante is back held – three tones for a guitar solo in this case all you need is the song. The number effect on the first impression a bit sleepy, but later reveals itself as a potential after-burner. “Epic” is a song that is so, what’s his name. Epic, worn, compared to “Do not Forget Me” actually elaborated. The acoustic guitar picking of the intro is decorated with strange flanger effect and after Walstimmen sounding sounds. In the middle of the song turns suddenly and by Frusciante strumming a – really hard – on his acoustic guitar riff down. The beatleske influence, which was already visible in the other tracks, is now obvious. With “I Could Die For You” is more quiet and ballad. Anthony Kiedis has become bolder in terms of his vocals. He dares somersaults in pitches that could have been let dizzy. The Mellotron track in the background gives the song a Seventies feel, which is supported by the slightly more progressive tinged middle section. In “Loop” (where the working title) is one vocally almost always two or mehrstimming go. The chorus is angelic beautiful or extremely schmaltzy – just how you look at it then. The gentlest and yet most fragile song with definite Love & Peace-aura. “Midnight”, however, will begin with a simple-held strings intro, followed by a dark, spooky verse. The song opens towards the end like “Epic”. The “Ska Song” (also still a working title) is the first song a bit more lively after the opener. The punk-inspired chorus is chasing a cheeky harmonica. The track looks a bit too long, because after the second chorus really says it all. “Universally Speaking” is there a welcome change of course. In the intro, there are bell-sounds, as we know them from pop candy á la Cardigans. Again, this Beatles-like, polyphonic vocals. This song is consistently ahead, the flight through the universe have been implemented well musically. Even here, only a minimal Frusciante input. “Warm Tape” finally makes his rhythmic vocals put a strange impression. All the more is the catchy chorus. However, one of the more average songs on “By The Way”. The first conclusion: At first go do not want so many spontaneous recognizable set `hits` like on “Californication.” Nevertheless, “By The Way” in itself an organic unity, in which one has just exchanged a few decibels for a few tunes. Few journalists remain seated for a second (or third) listening test. This can have very practical reasons, because the schedule is tight. The idea sprang from the assembly line to the scarcity of good `time`. Similarly, in this interview day. Half an hour with Chad Smith and Anthony Kiedis are granted VISIONS. That’s a lot. It is still wasting nothing of what the “By The Way” seemingly unlimited supply is: peace and time. Chad Smith is pleased with this interpretation. This could be because Smith is basically like looking forward. “See, that’s the great thing about music: the variety with which it is perceived. For you it is quiet, for someone else it is exciting, peaceful for the next, for some it is against angry. We simply write the songs in the atmosphere in which we are now and are honest about our feelings during that moment. Each of our albums is a snapshot of the point at which we find ourselves. ” The instrumental part of the song was not created in some quiet retirement, but was mostly written on tour, told the gigantic drummer. Then we indulged in a few months time off to recharge the batteries and then went to the end of last summer to work. Such an album is to be written in passing, `by the way of touring ‘so to speak? This is difficult to imagine. Chad qualifies this impression: “The term` by the way is `interpretationsfreudig. It can express casualness, a sentence beginning with` to `the way. But it must not be so. How about, for example with` By the way, was yesterday my arm `amputated – that would be no casual thing for me,” Chad laughs at his thigh knocker. Rather, it was become a tradition with the album titles: “We have spent the last ten years the albums by one of the songs named. In` Californication was `it an eponymous song on` One Hot Minute ‘and and’ Blood Sugar Sex Magik ‘It was the same. Wow, a knitting pattern for the Chili Peppers, who would have thought it??, “laughs Chad. Indeed. But knitting patterns can also be a practical matter, if they help to speed things up. “Californication” was created mulated during the breathtakingly short period of three weeks, while for “One Hot Minute” comparatively long time spent in the studio. Still shines “Californication” infinitely more leisure and maturity than its predecessor. If it is ultimately the more qualitative factors in the band structure and environment than quantitative, that make a difference? Chad: “Absolutely. I can not really say how long we needed for this album, because the process of songwriting, and of relaxing was a smooth transition often. However, I know that everything went very easy and relaxed, as in” One Hot Minute “was not the case. I think we are now in the most creative phase, since John is back in the band. It is a great esteem for him and us there. Meanwhile, we also know how it without John is. ” Frusciante’s activities as a solo artist should emphasize what he has creative relevance for the Chili Peppers. Even if the crash were several years during his heroin addiction in the resulting two well-received solo albums controversial, with the last year released third album “To Record Only Water For Ten Days” Frusciante of reentry into the stratosphere is well managed. In the spring of 2002 also appeared a fourth album “ called “From The Sounds Inside” on Frusciante’s website. For the love of his fans that he determined himself the title of the virtual plant. Frusciante appears before creative power only as overflow – as much as is its role as a songwriter for the Red Hot Chili Peppers? “Well, John is a songwriter. We contribute to all the songs. This makes them what they are: songs with a lot of personality. Maybe makes something special of our music – the drums have as much expressive power as the guitar and the bass. All pieces are important. It makes it so satisfying to me. ” John’s guitar playing seems to “By The Way” even more minimalist than it previously was the case anyway. How long it will take to the man contributes only silence? Chad is the idea not so far-fetched: “Even the sounds probably still good if John does it. I think that his inner silence is his secret. We need simply no egobezogenen ambition more in this band. We have as an artist, individuals are not longer necessary. Perhaps the secret of a good song not so different from the formula for success in life back to himself: Take a step and serve the whole. Then the ego is happy about it again. ” And when the ego really happy, it wants to share their joy. The Chili Peppers were never at a loss for concrete acts of charity, no matter whether this is more obligatory charity events like the Tibetan Freedom Concert or original action, launched in 1999 as the initiative against violence in schools. Shortly before the “Californication” release the massacre at Columbine High School shocked Littleton in the Americas. Spontaneously organized the Peppers mini-shows at American High Schools, and the `ticket` constructive suggestions were used by the students on how to curb the hate in schools. As this action subsequently be evaluated? Chad, himself a father of two, recalls: “The events in Littleton were then a major issue in the U.S.. Just as now in Germany – I have heard that something similar is happening with you. Well, we do not need it maintain that neither nor Slipknot Marilyn Manson still AC / DC video games still bring their own kids to kill other kids. My impression at that time to this initiative was that the kids today are rootless, because they feel even more self-cohesion among themselves as I was in high school, there was at least still gangs, which it is joined. We have also had fights, but there it was not about killing. It was about ideals – Rocker against hippies, you know. If the kids today want to prove, that means a gun zuzulegen. ” When asked whether he had the feeling that they have brought something with the initiative, followed by short silence. “Yes – first of all itself, for me, I realized how vulnerable our society has become. Littleton is located not in some slums, it is a good area. The kids were not really involved with patent recipes, but rather use the action to their to make emotions air. It might not look like a solution, they only assure each other how awesome the violence in schools. But it has broken the ice. The kids started to call their anxiety by name. This resulted in discussions with parents and teachers – that the persons with whom the contact was broken off for so long. Peppers Linked to a gig and the fun that brings with it the common slopes, have the students dealt with the issue in a more positive way . I think the action was successful, the response was certainly far more positive than the approaches of some politicians. ” That was already Chads last word, because Mrs. record company shows us clearly the two-minute finger. How he felt in view of the forthcoming 20th anniversary of the band, Chad is still describe quickly. “To be honest, I’m hardly thinking about it. The only people who remind me of it, are you journalists (laughs). Seriously, it’s great. How many bands can be found out there that are still relevant after 20 years? U2 perhaps. Or Metallica. It’s nice to be part of this circle, without need to tell it. ” Now is the end. Time for the flying change. Anthony Kiedis is a difficult fellow. As an interesting, as it must be added. Kiedis captures his suite without paying tribute to another Attending a glance. He wants a cup of tea and sits down. His manner to demand from the beginning of the conversation at the highest level of attention and concentration, because the more surprising. All this does half as strange, if you simply open challenge. Constant eye contact is on this duty. The not further defined heaviness in the air can quickly become uncomfortable pauses. A strange situation that has more of a duel than a cultivated conversation. Especially if you would like to focus on the heart qualities, the “By The Way” at the hearing inevitably sets in motion. Personality out, Diva, her affectations – Kiedis’ singing is better and more soulful than ever before. It seems that he add the spiritual face of the Red Hot Chili Peppers, the perfect make-up. However, without celebrating this aspect of the public as clearly as his colleagues, John and Flea doing today in front of other journalists. While Frusciante in the nineties out of necessity, out of his addiction with regular yoga practice began, and Flea, inspired by producer Rick Rubin and father figure, the Transcendental Meditation learned, Kiedis went from there to make his border experience in the outside world. Adventure travel in the jungle, an audience with the Dalai Lama in India, his passionate motorcycling and not least his (failed) love affairs brought Kiedis other means to a very similar goal. The meditative aura, in songs like for example “Loop” stops, Kiedis does so also less due to awareness techniques in the broad sense, as to the fate of himself: “I meditate myself hardly. At least not as regularly as other members of this band. In theory, meditate I should, because it is the best thing you can do with his head. But this happens to me more chance, without me I undertake. Unfortunately, not often enough. In the bathtub, for example. Ultimately, I’m an asshole too large to meditate regularly. I’m just too busy with the wrong things, always in a hurry. This is a real problem. ” When standing it in the screenplay, Anthony’s cell phone rings in his black denim jacket. It follows a handle in the bag, which closes the ring and will be repeated from now on, every five minutes. “My priorities lie too much on things that are loud bang and,” Anthony says with a straight face. “But it’s good that I was again reminded of what is important. Thank you.” Not a few even sing in the bath, it goes through my head. However, I save the comment. The relatively quiet nature of the new album is undeniable, however, hardly. It goes further audible, as the on “Californication” has already became apparent. Anthony agrees in principle, but points to the impact that John had it: “John has the talent to achieve a meditative state when he makes music. I mean, after all, meditation is a broad field. This energy flows through our songs . If you play or sing, then you think in that moment nothing else in this world. This is the same effect as the silence that we learn through a mantra. You think of nothing except what you are doing or is. ” The phone rings. No problem. Anthony keeps the thread: “Music has a meditative side. There When I sing in the studio or in rehearsal, because it only this one moment for me. One does not need to practice meditation in order to experience positive emotions. If my Volume hear play, it drives me so in the direction of … cosmic love. ” Love. The keyword that the Chili Peppers, Anthony Kiedis probably will have relevance in any of their musical aggregation. On “By The Way”: “Many of these songs are inspired by my girlfriend who unfortunately is no longer my friend. The separation from her was very sad and I think it brought a lot of intense feelings on this album. But other things have contributed – I’m glad to be alive, I’m happy to be sober. I can make music. All this bubbles up and creates foaming love in me. ” The creative process is designed for Anthony, however, unlike the rest of the band, which was simply in the nature-friendly role of a singer and lyricist. Anthony recalls: “Until a year ago I had written a single line of this album. At this time I went to Hawaii and took some raw footage from early rehearsals with there. The lyrics were there in late summer and autumn of last year. I was in different moods, the whole range of emotions of a relationship was involved, and I was very happy after I met my girlfriend, but we went through quite severe highs and lows. Nevertheless, we were together and supported us. That was inspiring for me because it aroused hope in me. It’s hard to say what has influenced this album mainly because there were so many changes in so short a time. ” Often one feels a mix of emotions as more interesting and intense as clear and simple feelings … “Yes, that’s right. For the highs are sometimes deep, and the depths have something of heights. Even the sadness has something great in itself, if it has a specific meaning for you. You are even happy to be able to feel them, for that shows how much you love the other. It’s so not that they died young or something. She lives, and it is fortunate to be able to feel the pain of such a loss. Love is a multidimensional phenomenon. It fascinates one – regardless of whether it is uphill or into the abyss. ” Anthony has hit it so dreadful. How well that his cell phone rings, and distracts from the tiresome topic. Whether he would find happiness boring, is the question. Artists of all ages have in suffering, finally found the greatest inspiration, even if the rarest in the cases of their intention. Anthony thinks for a moment and says, “I can not answer because I am never long enough lucky to be bored of it (laughs). But then I am not looking to torture me even more than the universe set me. It sends me enough of them to let me grow. I do not need any extras as inspiration. (laugh) As for the importance of creativity, it is probably suffering and happiness in his combination. If it were only one of them – that would be really boring. ” The universe. It has shown Anthony not always the best side of life. However, Kiedis talks about the heavenly powers as a trusted friend. Is this an accurate picture? “Yes, but a friend whose behavior I never could have foreseen. Whatever happened to me great things came completely unexpectedly. Even if I would write a wish list, they would never be as exciting as what has planned the universe. I had never planned that John would return to us. The universe would have it but so. One can not plan things. Although – perhaps some things. I imagine it currently, for example, very exciting to start a family. ” Exciting – yes. As for the planning, I have to take Anthony, however, the wind from their sails. For in things children usually do not ask friends universe after the spiritual welfare of the prospective parents. The life with children is opposed to a carefully planned daily routine often diametrically opposed. However, it is a very special, because independent of external things joy. Anthony thaws significantly: “That’s true. Also as far as the money. My family had absolutely no coal, when I was little. However, I had a very good childhood. Tons of love, a mother and a father who is very much to us because was. We were really poor, but which played no role at all. It took us rather by getting them to create fun things myself. This is a skill that many kids often lack. I know many such examples from the city. If an all- is given, you do not learn to create something themselves. ” And how it feels to be filthy rich now? “I love it. I’ve known the difference. But I admit that I’m very spoiled by money. Sometimes I wonder how it would be to lose all that again and to live in a tiny apartment. I would probably so clear. But I have no ambition in this regard (laughs). I’m used to the wealth, but see it as lucky to have met both sides. ” Anthony stressed how much he had shaped his family. The same applies to the ancestors, he has never met: “I have among other Lithuanian ancestors, my grandfather, come from there. About two years ago but I learned from a family tree that I wear also blood from the trunk of the Mohicans in me; My French ancestors probably in the 17th century in upstate New York like wild Indians fucked. So far I only had a couple of tribal tattoos and a bit of interest in Indian culture. Now I know why I so love the forest and love to run . It is probably only to the corresponding genes. ” Anthony is striking that the amulet shows the sign of Scorpio at his necklace with the wrong side of the front. When he turns round to reveal many beautiful rhinestones on it. How significant of the change that has placed opposite my during the few minutes of our meeting on the day, and finally we talk briefly about the fact that astrology is not really bullshit can be when the moon because the ocean every day outside the door twice is in motion. I am looking forward to someday reunite with Kiedis. If more time is.

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